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Die Streuobstwiese
Die Geschichte
Streuobstwiesen sind wertvolle Bestandteile unserer Kulturlandschaft, die erst durch die landwirtschaftliche Nutzung des Menschen entstanden sind. Üblicherweise wurden Obstwiesen in unmittelbarer Nähe von Bauernhöfen angelegt oder befanden sich im Bereich des Gemeindebesitzes um die Siedlungen herum.
Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts sicherten die siedlungsnahen Obstwiesen die Versorgung der Bevölkerung mit frischem Obst. Nach dem 2. Weltkrieg gerieten Streuobstwiesen immer mehr in Vergessenheit. Da der Obstanbau in Form der Plantagenwirtschaft wesentlich rentabler war, wurden Prämien für das Fällen alter hochstämmiger Obstbäume bezahlt. So gingen alleine in Nordrhein-Westfalen ca. 7000 ha wertvoller Streuobstwiesenfläche mit nahezu 1,5 Mio. Obstgehölzen verloren.
Ein vielfältiger Lebensraum
Neben ästhetischen Aspekten, wie z.B. der Obstbaumblüte im Frühjahr, haben Streuobstwiesen einen sehr hohen ökologischen Wert. Die üppig blühenden Bäume bieten einer Vielzahl von Insekten Nahrung. Siebenschläfer, und Fledermäuse, sowie verschiedene Vogelarten profitieren von dem großen Strukturreichtum. Höhlen in alten hochstämmigen Obstbäumen dienen ihnen als Kleinlebensraum. Stehendes Totholz bleibt erhalten, da es für Wildbienen, Wespen und Hornissen unabkömmlich ist.
Der Steinkauz als typischer Bewohner der Streuobstwiesen hat in Nordrhein-Westfalen deutschlandweit den größten Brutbestand. Deshalb tragen wir eine besondere Verantwortung für den Schutz seines Lebensraumes.
Agenda 21
Streuobstinitiative Pottsaft Essen/Mülheim
Die Naturschutzjugend (NAJU) Essen/Mülheim e.V. hat in den 1980er Jahren eine Initiative zum Schutz von Streuobstwiesen in Essen und Mülheim ins Leben gerufen.Im Frühling 2005 wurde unsere Streuobstinitiative von der Verbraucherzentrale NRW „für vorbildliches nachhaltiges Handeln“ ausgezeichnet. Darüber entstand eine Zusammenarbeit mit dem Mülheimer Agendabüro. Die „Streuobstinitiative Pottsaft Essen/Mülheim“ wurde gegründet und als Agenda 21-Arbeitsgruppe aufgenommen.
Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter führen regelmäßig Pflegemaßnahmen durch und pflanzen neue Obstbäume nach. Von privaten Obstwiesenbesitzern wird Streuobst zu einem fairen Preis angekauft und durch eine lokale Mosterei zu Apfelsaft verarbeitet. Dadurch haben die Obstwiesenbesitzer einen Anreiz, ihre Obstwiesen zu erhalten. Die erfolgreiche Vermarktung des Apfelsaftes in der Region stellt eine wichtige ökonomische Komponente dar, um die Pflege und zukünftige Nutzung der Streuobstwiesen zu sichern. |