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Kopfbäume

Schon in der Bronzezeit erzogen die Menschen bestimmte Bäume zu. Aus ihren Ästen bauten sie z.B. Fischreusen, mit deren Hilfe der Fang erleichtert wurde und in Weidenkörben wurde der Fang abtransportiert, nachdem er in dem Rauch eines Feuers aus Weidenzweigen geräuchert wurde. Werkzeugstiele wurden aus diesem Material gemacht und sogar Musikinstrumente.

Weiden wurden früher gerne in der Medizin verwendet, um Entzündungen aller Art zu lindern. Weiden galten als Hexenbäume, da Hexen ihre Besen aus deren Ästen machten.
Die Weide ist das Symbol der Erdgöttin Demeter und soll die Felder fruchtbarer machen, wenn die Äste in den Boden gesteckt werden.

Nicht nur Weiden können zu Kopfbäumen erzogen werden. Auch Pappeln, Eschen, Eichen, Linden und Erlen können diese Kopfform durch regelmäßigen Schnitt entwickeln.

Weiden haben den Vorteil schnell zu wachsen und man kann leicht neue Weiden großziehen, indem die Weidenruten einfach 40cm tief in den Boden gesteckt werden. Dabei sollte nur ein Abstand von 4-6m berücksichtigt werden, damit sich die Baumkronen nicht gegenseitig behindern.
Weiden findet man häufig in Auen. Der feuchte Boden macht ihnen nicht viel aus. Regelmäßige Überschwemmungen halten sie aus.

Das Holz ist so weich und elastisch, dass die Ruten leicht zu Körben, Zäune oder sogar Zelten zusammengeflochten werden können. Mittlerweile wurde dieses Material weitgehend durch Plastik und andere moderne Werkstoffe verdrängt. Und so werden die Kopfbäume nicht mehr gepflegt und es werden nur wenige neue gepflanzt. Nach 10-15 Jahre ohne Pflege brechen die Kopfbäume auseinander.

Die Bedeutung von Kopfbäumen für die Natur ist enorm. Über 100 Käferarten finden ein zuhause auf ihnen und ernähren sich unter andrem von ihrem Holz und ihren Blättern. Siebenschläfer, Fledermäuse, und Steinkäuze nutzen die ausgefaulten Höhlen zum Schlafen. Und in den Baumkronen nisten viele Vogelarten, während Bienen und Schmetterlinge vom Nektar der Blüten profitieren.
Da Kopfbäume häufig in Alleen angepflanzt wurden um z.B. Grenzen zu markieren, dienen sie auch der Vernetzung der Landschaft. Da sich viele Tiere entlang von Heckenstreifen oder auch Allen fortbewegen, gelangen sie leichter von einem Ort zum anderem. Das zunehmende „Aufräumen“ der Landschaft wirkt sich negativ auf die Verbreitung der Tierarten aus.

Die Naturschützer haben die Bedeutung der Kopfbäume erkannt und setzen sich für ihren Erhalt ein. In regelmäßigen Abständen werden sie geschnitten. Dabei werden die Spaziergänger informiert und so mancher holt sich etwas vom Schnittgut ab. Auch bei Kindergärten und Schulen ist das Weidenmaterial heiß begehrt. Der Schnitt artet bei den Naturschützern in regelrechten Wettkämpfen aus. Und im Sommer werden sie belohnt, wenn sie wieder Steinkäuze und andere Tiere entdecken.
 


 

 

 

 

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